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FC Bayern München verliert gegen FC Augsburg: Mit halber Kraft reicht es auch für den Rekordmeister nicht - Kommentar
- Aktualisiert: 24.01.2026
- 22:22 Uhr
- Martin Volkmar
Die überraschende Pleite gegen den FC Augsburg ist ein Warnsignal für die Bayern. Zumal sie mehrere Ursachen hat, von denen manche nicht sofort abzustellen sind. Ein Kommentar.
Aus der Allianz Arena berichtet Martin Volkmar
Nun hat es auch den FC Bayern München erwischt.
Ausgerechnet im Derby gegen Kellerkind FC Augsburg und obendrein noch zu Hause kassierten die Münchner nach ihrer schwächsten Saisonleistung mit dem 1:2 ihre erste Bundesliga-Pleite seit mehr als zehn Monaten.
Auch der weit enteilte Dominator ist also schlagbar und kann jetzt nicht mehr die Rekord-Saison 23/24 der damals unbesiegten Leverkusener egalisieren, was in der BayArena zu großen Jubelstürmen führte.
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Die Niederlage ist ein Warnsignal für die Mannschaft von Vincent Kompany – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Denn sie hatte mehrere Ursachen.
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FC Bayern: Keine überzeugenden 90 Minuten seit der Winterpause
Die Bayern haben seit der Winterpause noch kein Mal die komplette Spielzeit überzeugen können, zeigten aber nach mäßiger erster Hälfte immer eine deutliche Leistungssteigerung nach der Pause und gewannen so verdient wie teilweise deutlich.
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Schon vergangenen Mittwoch beim mühsamen 2:0 gegen den belgischen Underdog Union St. Gilloise war aber auch die zweite Halbzeit alles andere als überragend.
Und am Samstag waren die zweiten 45 Minuten dann sogar noch schwächer als der erste Abschnitt, so dass die abstiegsbedrohten Augsburger einen 0:1-Rückstand noch zum 2:1-Auswärtserfolg drehten.
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FC Bayern: Offensiv harmlos, defensiv wackelig
Das lag natürlich vor allem an den Gastgebern selbst, die offensiv harmlos und defensiv wackelig waren – was beides bisher eher selten zusammen aufgetreten ist. Und wenn, dann nicht gleichzeitig. Hinzu kamen individuelle Patzer wie von Ersatzkeeper Jonas Urbig (ran-Note 5) vor dem 1:1.
Doch auch die gesamte Mannschaft wirkte uninspiriert, müde und teilweise überspielt. Vor allem den ungewohnt ungefährlichen Michael Olise und Harry Kane merkte man an, dass sie fast jedes Pflichtspiel im Einsatz waren.
"Ich hatte das Gefühl, dass hier und dort der eine oder andere Spieler nicht ganz so frisch gewesen ist", erkannte auch Sportvorstand Max Eberl nach der fünften Partie in 13 Tagen.
FC Bayern: Kompany kann aufgrund der Ausfälle kaum noch reagieren
Gleichzeitig hat Kompany immer weniger Möglichkeiten zu reagieren. Aktuell stellt sich sein Team fast von alleine auf, weil gegen den FCA neben den länger verletzten Konrad Laimer, Josip Stanisic und Sacha Boey auch noch Serge Gnabry und Raphael Guerreiro passen mussten. Zudem saß im noch nicht wieder topfitten Joshua Kimmich der Antreiber lange draußen.
Bei Jamal Musiala wiederum zeigte sich nach seiner Einwechslung deutlich, dass er nach seiner langen Zwangspause noch ein großes Stück von alter Glanzform entfernt ist. Und Shootingstar Lennart Karl scheint nach seiner überragenden Hinserie nun ins beinahe zu erwartende Formloch zu rutschen.
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Zu viele Ausfälle auf einmal und das wird nur langsam besser werden. Am auffälligsten zeigten sich die fehlenden Alternativen in der Außenverteidigung, wo Alphonso Davies bei seinem ersten Einsatz von Beginn an seit neun Monaten auch noch auf der ihm völlig fremden Rechtsverteidigerposition aushelfen musste.
Das alles konnten die Bayern gegen Augsburg nicht kompensieren und müssen nun am letzten Vorrundenspieltag der Champions League bei PSV Eindhoven (Mi., ab 21 Uhr im Liveticker) beweisen, dass dies nur ein einmaliger Ausrutscher war. "Das Wichtige ist jetzt, dass wir eine Reaktion zeigen", forderte Kimmich daher.
FC Bayern: Das macht Hoffnung auf Besserung
Mit einem Punkt ist Platz zwei sicher und damit ein Rückspiel-Heimrecht bis in ein mögliches Halbfinale. Die direkte Qualifikation fürs Achtelfinale Mitte März hat der deutsche Rekordmeister ja bereits sicher, so dass man bis dahin bei nur noch einer englischen Woche im DFB-Pokal deutlich weniger Mehrfachbelastung hat.
Somit können die Bayern hoffen, rechtzeitig zur Crunchtime wieder alle Topspieler fit und in Form zu bekommen. Zumal man in der Meisterschaft bei weiterhin acht Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund sogar noch weitere Patzer verkraften könnte.
Mit einem so blutarmen Auftritt wie gegen Augsburg wäre das nicht mal ausgeschlossen. Mehr spricht aber dafür, dass die Niederlage bei den Bayern die Sinne schärft, dass auch in der Liga und gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte halbe Kraft nicht ausreicht. Dann hätte die Pleite sogar etwas Gutes.