Millionen-Wechsel nach Newcastle
Kommentar - Woltemade-Wechsel zeigt: England ist uneinholbar vorne
- Veröffentlicht: 30.08.2025
- 13:52 Uhr
- Carolin Blüchel
Der Wechsel von Nick Woltemade zu Newcastle United ist eine Machtdemonstration der Premier League und ein Beweis dafür, dass selbst der Bundesliga-Primus Bayern München im internationalen Vergleich finanziell abghängt ist. Ein Kommentar.
von Carolin Blüchel
Was für ein bitterer Sommer für den FC Bayern München: erst Florian Wirtz, dann Nick Woltemade – zweimal ausgebootet binnen weniger Wochen. Erst vom FC Liverpool, jetzt von Newcastle United.
Die Premier League ist längst der Angstgegner auf dem Transfermarkt. Sogar für den Bundesliga-Primus. Eine regelrechte Majestätsbeleidigung.
Wochenlang drehte sich alles um die Frage: Kommt Nick Woltemade nach München oder nicht? 60 Millionen Euro boten die Bayern offenbar für den Offensiv-Allrounder, laut dem Portal "transfermarkt" mit 30 Millionen Euro bewertet. Der VfB Stuttgart blieb knallhart: 85 Millionen Euro oder gar nichts.
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- Offiziell: Nick Woltemade wechselt zu Newcastle United - Höchster Stuttgarter Verkauf - Alle News im Ticker
Nun schlägt Newcastle United zu. Der Fünfte der vergangenen Premier-League-Saison mit dem saudi-arabischen Investor im Rücken. Woltemade spielt also künftig in der – Zitat Lothar Matthäus – "besten Liga der Welt".
Das Wichtigste in Kürze
Kompany sorgt für Lacher
Sportlich sei das trotzdem "nicht das oberste Regal", stichelte Bayerns Sportdirektor Christoph Freund. Und er hat recht. Die "Magpies" mögen als Champions-League-Teilnehmer ein Upgrade zum VfB Stuttgart sein, im Vergleich zum FC Bayern aber definitiv nicht. Seit ihrem Aufstieg 2017 haben sie bis auf den englischen Ligapokal (2025) keinen einzigen Titel geholt.
Der Grund für den Wechsel ist ohnehin zu einem großen Teil nicht sportlicher Natur. "Money", brachte es Bayern-Trainer Vincent Kompany auf den Punkt – und erntete dafür Gelächter.
Er muss es wissen: Mit dem FC Burnley stieg er einst in die Premier League auf und hatte über Nacht 100 Millionen Euro TV-Gelder mehr zur Verfügung.
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Bundesliga ist abgehängt
Wie brutal die Schere zwischen Premier League und Bundesliga inzwischen auseinanderklafft, zeigen die nackten Zahlen.
Laut "transfermarkt.de" gaben die englischen Klubs in dieser Transferperiode (Stand 30.8., 12 Uhr) bereits über drei Milliarden Euro aus. Durchschnittlich also 150 Millionen pro Verein. In der Bundesliga sind es bisher rund 730 Millionen Euro – im Schnitt 40 Millionen pro Klub.
Bei Einnahmen von knapp 900 Millionen Euro kratzt die Bundesliga zwar erstmals an der Milliardengrenze und verbucht anders als die Premier League einen Einnahmen-Überschuss, doch der Aderlass an Topspielern ist entsprechend.
Es ist nur ein weiterer Beweis dafür, dass der deutsche Fußball im Wettbieten mit den Großen – und inzwischen sogar mit den nicht ganz so Großen – längst chancenlos ist.
Ein kleiner Trost für die Münchner immerhin: Während sich Wirtz aktiv gegen die Bayern und für den FC Liverpool entschieden hatte, wollte Woltemade unbedingt an die Säbener Straße. Hier war es höhere Gewalt. Viel wert ist das aktuell aber nicht.