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Bundesliga

FC Bayern: Lennart Karl - gefeiert, verspottet, gelobt

  • Veröffentlicht: 15.02.2026
  • 09:44 Uhr
  • Oliver Jensen
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© DeFodi Images

Lennart Karl hat bereits Höhen und Tiefen durchlebt. Beim Auswärtssieg gegen Werder Bremen zeigt er, dass er so etwas hinter sich lassen kann - und auf dem Weg zu einem kompletten Spieler ist.

aus Bremen berichtet Oliver Jensen,

Lennart Karl ist noch nicht einmal erwachsen. Erst am kommenden Sonntag feiert der Offensivspieler des FC Bayern München seinen 18. Geburtstag. Und dennoch kennt er sämtliche Facetten im Leben eines Fußball-Profis: Erst wurde er gehypt, dann bekam er Shitstorm ab - und zuletzt sogar viel Hohn.

In der Hinrunde ging seine Karriere lediglich in eine Richtung - steil bergauf. Er spielte so stark auf, dass TV-Experte Lothar Matthäus ihn sogar mit Lionel Messi verglich. In den letzten Wochen allerdings kam ihm die Spielfreude abhanden. Nicht nur die hohe Spielbelastung dürfte die Ursache gewesen sein, sondern auch die Nebenschauplätze.

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Rund um die Jahreswende schlug ihm die Wut vieler Fans entgegen, weil er öffentlich davon träumte, eines Tages für Real Madrid zu spielen. Es dürfte kaum einen 17-Jährigen geben, den so etwas unberührt lässt. Die Leichtigkeit auf dem Platz war verschwunden.

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Nach dem Shitstorm kam der Spott

Der gefühlte Tiefpunkt ereignete sich am vergangenen Sonntag beim 5:1 gegen die TSG Hoffenheim, als ihm ein Übersteiger-Trick völlig misslang - und Karl plötzlich Hohn und Spott erntete. Max Eberl spielte dies herunter: "Wenn ein Stürmer mal ins Aus dribbelt, dann dribbelt er halt ins Aus. Das ist für mich kein großes Thema."

Für ihn selbst offenbar auch nicht, denn beim 3:0-Auswärtssieg gegen Werder Bremen präsentierte er sich wieder in Bestform.

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Das Wichtigste in Kürze

Karl zeigte Spielfreude pur, war kaum vom Ball zu trennen und holte den Elfmeter vor dem 1:0 heraus. Mit einem starken Dribbling zog er an vier Gegenspielern vorbei, ehe er von Senne Lynen zu Fall gebracht wurde (ran-Note: 2). "Lenny ist eben so", freute sich Eberl.

"Er hat ein großes Bewusstsein und hatte die entscheidende Situation zum 1:0 - wie er auf engstem Raum ins Dribbling geht und berechtigterweise den Elfmeter bekommt."

Laut Eberl würde man den Fokus gar nicht "so sehr darauf legen", wenn Karl in seinen Leistungen mal "eine Delle" habe. Denn eines sei klar: "Er hat eine sehr große Qualität. Wir sind sehr froh, dass er bei uns ist. Natürlich ist er ein junger Spieler und wird auch mal Spiele haben, in denen nicht alles glatt läuft. Aber das ist bei erfahrenen Spielern nicht anders. Er hat eine Qualität, die wir brauchen."

Kompany lobt Defensivarbeit von Karl

Starke Aktionen in der Offensive sind die eine Sache. Zu einem Top-Spieler wird ein Talent allerdings erst, wenn er das komplette Spiel beeinflusst. Mitspieler wie Harry Kane, Luis Díaz oder Michael Olise machen es ihm vor. Trotz aller Offensivstärke arbeiten diese Stars auch defensiv für die Mannschaft.

Karl scheint dies trotz seines jungen Alters verinnerlicht zu haben. Als Vincent Kompany nach dem Spiel auf dessen Leistung angesprochen wurde, antwortete er zunächst mit einem kurzen: "Er war gut." Dann aber lobte er eine Szene, die viele im Stadion womöglich kaum mitbekommen haben - und trotzdem so viel über ihn aussagt.

"Bremen war immer gefährlich mit ihren Flanken. Und in der 1. Halbzeit gab es eine Flanke in Richtung zweiten Pfosten. Hätte er (Karl) die Lücke von Stanisic nicht abgedeckt, wäre das ein Tor für Bremen gewesen", so Kompany. Dies wäre nur verhindert worden, "weil ein junger 17-jähriger Spieler im Kopf umschaltet und erkennt: Ich muss der Mannschaft helfen."

Dieses Engagement sei für Kompany "viel wichtiger" als die starken Aktionen in der Offensive. "Sein Talent und seine Qualität haben wir schon im Training und manchen Spielen gesehen."

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Weniger Druck - jetzt kann Karl befreit glänzen

Trotz des Lobs versucht Kompany, die Erwartungshaltung rund um Karl wieder zu senken. "Niemand bekommt etwas geschenkt - Lenny auch nicht. Aber als junger Spieler hast du nicht den Druck, eine Mannschaft zum Erfolg zu bringen", so Kompany.

Tatsächlich liegt der Druck in der entscheidenden Saisonphase auf anderen Spielern. Jamal Musiala ist nach langwieriger Verletzung wieder zurück - und scheint seine Top-Form langsam zu finden. In Bremen eingewechselt, war er an der Entstehung des 3:0 beteiligt. Kane, Diaz und Olise sind ohnehin die Akteure, die den Unterschied ausmachen sollen.

Die Zeiten, in denen Karl die Mannschaft tragen musste, sind vorüber. Jetzt kann er "im Schatten" der erfahrenen Mitspieler befreit aufspielen - und glänzen wie in Bremen. "Heute hat er offensiv und defensiv gut gearbeitet. Daher kann ich zufrieden sein", fasste Kompany zusammen.

Ein starkes Zeugnis für jemanden, der noch nicht einmal erwachsen ist.

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