Champions League
FC Bayern München: Gelbe Karten in Bergamo - Ex-Referee glaubt an Zusatz-Sperre für Olise und Kimmich
- Veröffentlicht: 12.03.2026
- 11:02 Uhr
- Franziska Wendler
Haben die Gelben Karten von Joshua Kimmich und Michael Olise in der Champions League ein Nachspiel? Ex-Referee Manuel Gräfe äußert Befürchtungen.
Gehen die Gelben Karten von Joshua Kimmich und Michael Olise für den FC Bayern München doch nicht so glimpflich aus? Beim 6:1-Sieg im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Atalanta Bergamo handelten sich die zwei FCB-Stars spät in der Partie jeweils Gelb wegen Zeitspiels ein.
Gleich im Anschluss kam die Frage auf, ob beide dies absichtlich getan hatten, schließlich sind sie damit im Rückspiel gegen Bergamo gesperrt. Ins Viertelfinale, in dem nach dem 3:0-Sieg von Real Madrid gegen Manchester City wahrscheinlich die Königlichen warten, würden sie dann unbelastet starten.
Das Problem: Sollte die Disziplinarkommission der Uefa ein Verfahren einleiten, könnte sogar noch eine Extra-Sperre von einem weiteren Spiel ausgesprochen werden.
Gräfe befürchtet längere Sperren für Kimmich und Olise
Ex-Referee Manuel Gräfe hat diesbezüglich bereits Befürchtungen. "Kimmich und Olise droht längere Sperre als nur ein Spiel", formulierte er bei "X".
Weiter schreibt er: "Beide erhalten beim Stand von 6:0 (!) wegen deutlichem Zeitspiel eine Gelbe und sind nun im Rückspiel gesperrt, aber frei vor Sorgen in den nächsten Runden bei dort schwierigeren Spielen… Ramos wurde deshalb mal für zwei Spiele gesperrt und es wäre deshalb nicht überraschend, wenn das nun auch beide Spieler vom FCB trifft!"
Real-Legende Sergio Ramos wurde im Jahr 2019 von der Uefa für zwei Spiele aus dem Verkehr gezogen, nachdem er sich im Achtelfinal-Hinspiel gegen Ajax Amsterdam absichtlich Gelb abgeholt und dies in der Folge auch noch zugegeben hatte.
Bundesliga-Transfergerüchte: Leipzig-Star Yan Diomande auf Zettel von Top-Klub
Olise und Kimmich gaben derweil gar nichts zu. Während sich der Franzose überhaupt nicht äußerte, bestritt Kimmich eine mögliche Absicht. Der 31-Jährige hatte vor der Ausführung eines Freistoßes mehrmals abgestoppt. Gegenspieler Yunus Musah war in der Folge so genervt, dass er den Ball wegkickte und wie Kimmich Gelb sah.
"Ich glaube, wenn der (Musah, Anm.d.Red.) nicht durchdreht, dann gibt es auch keine Gelbe Karte. Ich habe schon lange gebraucht, wollte jetzt nicht ins Pressing reinspielen. Ich habe zu lang gebraucht auf jeden Fall. Ich glaube trotzdem, wenn der nicht auf mich zustürmt, dann lässt es der Schiri vielleicht durchgehen", hatte der DFB-Kapitän in der Folge erklärt.
Externer Inhalt
Gräfe überzeugt Erklärung nicht
Überzeugen konnte die Kimmich-Begründung Manuel Gräfe derweil aber nicht: "Die Begründung von Kimmich war ein guter Versuch und clever formuliert, aber die Uefa wird sich daraufhin die Bilder anschauen und feststellen, dass der Ball am Anfang gut spielbar war (Tah war frei), er den Ball hätte auch lang schlagen können und da die Bayern sonst auch ganz eng am eigenen Strafraum sowie viel gepresster aufbauen, dürfte insofern die Argumentation nicht überzeugen."
Und weiter: "Da es zudem bei 6:0 auch keinen wirklichen Grund gibt, auf Zeit zu spielen, wäre alles andere als eine Ermittlung und Sperre überraschend. Wäre das bei 2:0 oder 3:0 passiert, dann wären beide sicher um eine Untersuchung herumgekommen, aber bei 6:0 und dann auch noch beide Spieler beim gleichen Spielstand in dieser Art ist sehr auffällig."
"Herrlich bekloppt" - Netz dreht bei wildem Champions-League-Ritt durch
Haben Olise und Kimmich Glück?
Ob am Ende wirklich gegen die beiden Bayern-Stars ermittelt wird, ist derweil noch völlig offen. Auf eine Anfrage der "Deutschen Presse-Agentur" wollte sich der Verband nicht äußern. "Sobald Vorfälle gemeldet werden, werden Verfahren eingeleitet", hieß es lediglich.
Was sich für Kimmich und Olise positiv auswirken dürfte: Referee Espen Eskas trug laut der französischen Zeitung "L'Equipe" kein auffälliges Verhalten im Spielberichtsbogen ein.
Nach Meinung von Gräfe könnten die Münchner aber auch aus einem anderen Grund um eine mögliche Zusatzsperre herumkommen.
"Glück könnten sie haben, wenn die Uefa bei den Topspielen in den nächsten Runden die besten Spieler an Bord haben will und die Argumentation von Kimmich für die Uefa gut genug war", lässt er wissen: "Allerdings sitzen bei der Uefa auch keine Amateure und jeder weiß, was dort abgelaufen ist. Jetzt muss abgewartet werden, aber eine Sperre von einem weiteren Spiel droht!"