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WM 2026 - Marc-Andre ter Stegen fällt aus: Dieser Torhüter muss jetzt Deutschlands Nummer 1 sein - Kommentar
- Aktualisiert: 02.02.2026
- 19:45 Uhr
- Martin Volkmar
Nach seiner erneuten Verletzung dürfte Marc-Andre ter Stegen die WM verpassen. Trotzdem hat Julian Nagelsmann eine gleichwertige Alternative. Ein Kommentar.
Bitterer geht es kaum: Vor 14 Jahren bestritt Marc-Andre ter Stegen sein erstes Länderspiel, doch trotz seines Mega-Talents musste er bis nach der EM 2024 warten, ehe er nach Manuel Neuers Rücktritt endlich zur Nummer 1 in der deutschen Nationalmannschaft wurde.
Die längst verdiente Beförderung für einen der weltbesten Torhüter der vergangenen zehn Jahre währte aber nur kurz. Denn zum schlechtesten Zeitpunkt offenbart sich der Körper des 33-Jährigen als große Schwachstelle.
Bereits im September 2024 musste ter Stegen wegen eines Patellasehnenrisses sieben Monate pausieren, so dass er danach gerade noch zwei Pflichtspiele für den FC Barcelona bestritt und sich dann zu Beginn dieser Saison erneut verletzte, diesmal am Rücken.
Erst Anfang Dezember kehrte er ins Training zurück, in der Zwischenzeit hatte der langjährige Kapitän seinen Stammplatz bei Barca an Joan Garcia verloren. Um die für den großen WM-Traum dringend nötige Spielpraxis zu bekommen, ließ sich der Ex-Gladbacher auf einen Winterwechsel zum abstiegsbedrohten FC Girona ein.
Doch nach nur zwei Spielen folgte nun der erneute Tiefschlag: ter Stegen erlitt am Sonntag eine offenbar sehr schwere Muskelverletzung im Oberschenkel, die vermutlich eine weitere Operation und mindestens zwei Monate Zwangspause nach sich ziehen wird.
Ter Stegen wieder verletzt: Nagelsmann sollte dennoch nicht auf Neuer setzen
Bestätigt sich die Hiobsbotschaft, braucht Julian Nagelsmann für die Weltmeisterschaft endgültig eine neue Nummer eins. Denn zu groß ist die Unsicherheit, ob ter Stegen noch rechtzeitig fit wird und in Form kommt.
Trotzdem sollte der Bundestrainer den zu erwartenden Rufen nach einem Comeback von Manuel Neuer kein Gehör schenken. Denn der Bayern-Spielführer wird Ende März 40 Jahre alt und wird nur als unangefochtener Stammkeeper ins DFB-Team zurückkehren.
Doch ungeachtet einiger starker Auftritte in dieser Spielzeit ist Neuer lange nicht mehr in der einstigen Weltklasseverfassung, vielmehr hat er auch immer wieder früher ungekannte Schwächen gezeigt. So haben laut "kicker" gleich 13 Bundesliga-Torhüter bislang einen besseren Notenschnitt als der Routinier.
Daher muss Nagelsmann nun seinen Worten Taten folgen lassen. Schließlich hatte er in den vergangenen Monaten ohne ter Stegen immer wieder betont, dass die deutsche Mannschaft kein Torwart-Problem habe.
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Torwartfrage beim DFB: Baumann hat sich Status als Nummer eins verdient
Der Bundestrainer sollte daher den bisherigen Platzhalter Oliver Baumann endgültig zur Nummer eins erklären, auch für die WM. Es wäre der gerechte Lohn für den 35-Jährigen, der im DFB-Team in den vergangenen zwei Jahren voll überzeugt hat und der Defensive Ruhe und Sicherheit gibt.
Zudem hat Baumann in dieser Saison im Gegensatz zum Vorjahr auch im Klub glänzen können. Der Kapitän hat maßgeblichen Anteil daran, dass sich die TSG Hoffenheim vom Kellerkind zum Champions-League-Aspiranten entwickelt und die drittwenigsten Gegentreffer in der Liga kassiert hat.
Ohnehin muss nicht immer ein Torwart eines absoluten Topklubs im deutschen Tor stehen, um ganz oben zu landen. Der letzte kontinentale Titel einer DFB-Auswahl, der EM-Triumph 1996, war zum großen Teil Andreas Köpke zu verdanken, der kurz zuvor mit Eintracht Frankfurt aus der Bundesliga abgestiegen war.
Ter Stegens großes Verletzungspech, Neuers Alter und Baumanns Klasse sprechen also eine eindeutige Sprache, wer beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko im Tor stehen sollte.