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Fußball

Cristiano Ronaldo als König der Doppelmoral: Jackpot kassieren, aber wegen Saudi‑Spielregeln jammern - ein Kommentar

  • Veröffentlicht: 06.02.2026
  • 14:30 Uhr
  • Oliver Jensen

Cristiano Ronaldo kassiert in Saudi-Arabien kräftig ab und stört sich dennoch am System der Saudi Pro League. Hier zeigt sich seine Scheinheiligkeit. Ein Kommentar.

von Oliver Jensen

Unfassbare Gehälter kassieren und dennoch streiken - Cristiano Ronaldo riskiert im Spätherbst seiner Karriere seinen guten Ruf.

Vergangenen Montag wurde der 41-Jährige im Spiel der Saudi Pro League gegen Al-Riad nicht eingesetzt. Laut dem portugiesischen Sender "A Bola" verweigerte Ronaldo seinen Einsatz, weil er unzufrieden mit der Klubführung durch den saudi-arabischen Public Investment Fund (PIF) war.

Auslöser: Karim Benzema wechselte Anfang der Woche von Al-Ittihad zu Spitzenreiter Al-Hilal - und eben nicht zum "CR7"-Klub Al-Nassr, wie es der Portugiese gerne gehabt hätte.

Dabei ist es ebenjener PIF, der ihn zum bestbezahlten Sportler der Welt macht. Rund 200 Millionen US-Dollar soll der Portugiese im Jahr verdienen. Um das einmal ins Verhältnis zu setzen: Kylian Mbappe soll bei Real Madrid geschätzte 31 Millionen Euro pro Saison kassieren.

Wer so viel mehr Geld verdient als die sonstige Elite, sollte wissen, worauf er sich eingelassen hat. Die Saudi Pro League ist keine Liga, in der es vorrangig um den sportlichen Wettbewerb geht. Es ist vielmehr eine "Show-Liga".

Große Namen werden verpflichtet, um die Liga - die ansonsten von niemandem wahrgenommen würde - irgendwie in den Fokus zu rücken. Unter der "Vision 2030" geht es Saudi-Arabien vorrangig darum, die Wirtschaft von der Ölabhängigkeit zu lösen und als globaler Akteur in anderen Märkten zu positionieren.

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Cristiano Ronaldo ist Profiteur des Saudi-Systems

Nur deshalb wurde Ronaldo verpflichtet. Unabhängig vom sportlichen Wert ist er der wahrscheinlich größte Star der Welt. Selbst die größten Pop-Stars und Hollywood-Berühmtheiten kommen nicht an die Popularität von "CR7" heran - seine Reichweite bei "Instagram" mit 671 Millionen Follower ist der beste Beweis dafür.

Hätte sein Klub Al-Nassr rein nach sportlichen Aspekten entschieden, wäre das Preis-Leistungs-Verhältnis zumindest zweifelhaft gewesen - auch wenn er noch so viele Tore schießt. Das dürfte sogar Ronaldo bewusst sein.

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Er weiß, dass Saudi-Arabiens PIF gleich vier Klubs kontrolliert - nämlich Al-Hilal, Al-Nassr, Al-Ittihad und Al-Ahli. Jeder dieser "PIF-Clubs" verhandelt eigenständig Transfers. Es ist also wenig überraschend, wenn zwischen diesen Teams Wechsel stattfindet.

Der neue Benzema-Club nutzt dafür die gleichen finanziellen Möglichkeiten, die Al-Nassr für die Finanzierung von Ronaldo nutzt.

Es ist scheinheilig von "CR7", sich als Profiteur dieses Systems genau darüber aufzuregen.

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