Handball-EM
Handball-EM - Ex-Weltmeister über Knorr: "Steht sich selbst im Weg"
- Veröffentlicht: 30.01.2026
- 14:08 Uhr
- ran.de
Juri Knorr spielt gegen Frankreich groß auf. Dass sich der DHB-Spielmacher danach selbstkritisch zeigt, gefällt einem Ex-Weltmeister gar nicht.
Gegen Frankreich hatte Juri Knorr bei der Handball-EM endlich seinen Durchbruch - und zeigte sich danach dennoch selbstkritisch. Das schmeckt nicht allen.
"Ich kam mir ziemlich verarscht vor. Drei Spiele funktioniert nichts und auf einmal geht jeder Gurkenwurf rein", haderte der deutsche Spielmacher nach dem Einzug ins Halbfinale mit seinem bisherigen Turnierverlauf.
Es war nicht das erste Mal, dass Knorr sich offen selbst kritisiert, meist sehr deutlich. Auch seiner Tendenz zu Stürmerfouls ist sich der 25-Jährige sehr bewusst.
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Nun spricht Ex-Weltmeister Henning Fritz. "Auf der einen Seite schätze ich diese selbstkritische Art. Auf der anderen Seite weiß ich aber auch, dass man sich damit oftmals im Wege steht", sagte der Weltmeister von 2007 und Welthandballer von 2004 im Interview mit "Sport1".
"Darf sich nicht runterziehen lassen"
Der ehemalige Torhüter ergänzt: "Sich kritisch zu hinterfragen, ist eine gute Eigenschaft, aber man darf sich emotional nicht zu sehr davon runterziehen lassen. Das sagt sich so leicht, aber das ist ein Prozess, den man annehmen muss, wenn man sich weiterentwickeln möchte."
Dass er mit seiner Warnung nicht unrecht hat, zeigen die Aussagen von Knorr selbst. Auch in Sachen "zu viel Selbstkritik" ist der Deutsche - na klar - selbstkritisch.
"Die letzten Tagen waren schon nicht so einfach, das war schon schwer. Ich habe viel gegrübelt", betonte Knorr im "ZDF". Während des Spiels ist ihm das oft anzusehen, Kopfschütteln ist keine Seltenheit.
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Schlüsselfaktor gegen Kroatien
Da helfe es dem Rückraumspieler auch nicht, dass er regelmäßig die Rolle des "Hoffnungsträgers" aufgedrückt bekommt, meint Fritz. Für Knorr sei es dadurch schwer, befreit aufzuspielen.
"Gerade für jemanden, der sehr viel hinterfragt, ist so was nicht gut. Deswegen ist es gut, wenn man ihn so ein bisschen aus dem medialen Feuer nimmt", legt der ehemalige Weltklasse-Keeper nach. Ob Fritz mit diesem Interview nicht versehentlich eher zum Gegenteil beigetragen hat, sei mal dahingestellt.
Doch für den 51-Jährigen steht einfach fest: Ein gut aufgelegter Knorr sei ein "Schlüsselfaktor für einfache Tore, die wir auch gegen Kroatien brauchen werden", so der 51-Jährige: "Die spielen ein sehr unangenehmes Abwehrsystem. Da sind seine Fähigkeiten gefragt."
Dass er diese Fähigkeiten besitzt, habe er oft genug bewiesen.