Motorsport
Formel 1: Max Verstappen sollte sich auf das Rennfahren konzentrieren - ein Kommentar
- Aktualisiert: 16.03.2026
- 15:00 Uhr
- Oliver Jensen
Max Verstappen regt sich immer wieder über das neue Reglement der Formel 1 auf, obwohl er mit Red Bull ganz andere Baustellen hat. Der Fokus des vierfachen Weltmeisters sollte sich daher verschieben - ein Kommentar.
von Oliver Jensen
Eines vorweg: Max Verstappen ist der beste Rennfahrer seiner Generation. Auch seine offene Art tut dem Motorsport gut. Er sagt, was er denkt - schert sich nicht um politische Korrektheit und kritisiert das neue Formel-1-Reglement scharf. Das mag seine Berechtigung haben.
Und zugegeben: Es ist durchaus amüsant, wenn der Niederländer bei einer Pressekonferenz sagt, er habe seinen Simulator gegen eine Nintendo Switch getauscht, weil die neuen Autos sich ähnlich fahren würden wie in Mario Kart.
Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem genug gemeckert wurde. Die Verantwortlichen der Formel 1 haben längst verstanden, dass das neue technische Reglement nicht perfekt ist. Verstappen sagte selber, "er habe Gespräche mit der Formel 1 und der FIA (Motorsportweltverband) geführt und wir arbeiten an Lösungen."
Der Fokus von Verstappen sollte sich wieder auf das Rennfahren richten. Es gibt genügend Baustellen, die er gemeinsam mit Red Bull zu lösen hat.
In China kam Verstappen sowohl im Sprint wie auch im Hauptrennen beim Start kaum vom Fleck. Beide Male fiel er fast bis an das Ende des Feldes zurück. Beim Saisonauftakt in Australien verlor er beim Qualifying die Kontrolle über das Fahrzeug und musste von hinten starten.
Die Probleme dürften eher am Auto als am Fahrer liegen. "Es würde schon mal helfen, wenn wir endlich einen normalen Start hinlegen könnten. Jedes Mal falle ich beim Start jetzt ganz nach hinten zurück", sagte er am Sonntag. Zudem hätte man "ein ziemliches Problem mit dem Reifenabbau und starkem Graining, wahrscheinlich mehr als die anderen im Feld."
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Max Verstappen hat Red Bull viel zu verdanken
Verstappen hat Red Bull viel zu verdanken. Im Alter von 17 Jahren durfte er bei Toro Rosso sein Debüt in der Formel 1 geben. Bereits im Jahr darauf wurde er mitten in der Saison zu Red Bull befördert. Durchgehend war er die uneingeschränkte Nummer 1 im Team.
Das Auto wurde an seinen Fahrstil angepasst. Wie gut - oder besser gesagt schlecht - die Teamkollegen Sergio Perez, Liam Lawson und Yuki Tsunoda damit zurechtkamen, war irrelevant. Verstappen gewann vier WM-Titel nicht nur, weil er ein herausragender Fahrer ist - er bekam auch ein Top-Auto zur Verfügung gestellt.
Nun sollte Verstappen dies zurückzahlen, indem er seinen Fokus auf die Entwicklung des Fahrzeugs legt. Sich immer wieder über das Reglement zu echauffieren, ist eine Ablenkung, die niemand gebrauchen kann.
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