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Helm-Skandal bei Olympia 2026: Die große Lebenslüge des Sports! Das IOC muss endlich aufwachen - Kommentar

  • Aktualisiert: 12.02.2026
  • 18:22 Uhr
  • Andreas Reiners

Sport und Politik sollen getrennt werden, heißt es immer wieder, auch bei Olympia nach der Disqualifikation des Ukrainers Heraskewytsch. Dabei ist das schon lange weltfremd. Ein Kommentar.

Von Andreas Reiners

Es gibt zwei große Lebenslügen des Sports.

Man mag es kaum glauben, doch die Feststellung stammt von Thomas Bach. Dem früheren IOC-Präsidenten. Ist zwar schon ein paar Jahre her, doch sie hat von ihrer Aktualität nichts eingebüßt.

Im Gegenteil.

Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Sport und Politik längst nicht mehr getrennt werden können. Was die eine Lebenslüge und ein krasser Widerspruch zur Olympia-Ideologie ist.

Dass Sport mit Geld nichts am Hut hat, ist übrigens die andere.

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Olympia 2026: Sport wird instrumentalisiert

Doch schon länger ist klar, dass der Sport viel zu oft instrumentalisiert und genutzt wird als Bühne für Botschaften, Einstellungen und Machenschaften, die der Politik einen zu großen Einfluss gewähren.

Das ist oft nicht zu verhindern, nicht selten ist es sogar fatal. Beides zu trennen, wäre daher fraglos der Idealfall.

Eine Trennung durch starre Regeln zu erzwingen, ist aber nicht mehr zeitgemäß. Zu komplex sind die gesellschaftlichen, politischen und sportlichen Verflechtungen geworden.

Das Internationale Olympische Komitee hält aber weiterhin an der Idee der Neutralität fest, als ließe sich eine hochpolitische Welt mit einem Regelwerk ausblenden. Diese Konstruktion, diese Argumentation ist brüchig geworden.

Eine Trennung von Sport und Politik existiert nur noch in der Theorie. Neutralität im Sport ist daher ein ehrenwertes Ziel, das aber so nicht mehr aufrechtzuerhalten ist.

Konflikte. Kriege. Spannungen: Das Leben ist nicht schwarz und weiß. Und der Sport keine heile Welt, auch wenn die Olympischen Spiele als Zeichen für Frieden und Völker-Verständigung stehen sollen. Dass die russischen Angriffe auf die Ukraine während der Spiele mit unverminderter Brutalität und Rücksichtslosigkeit weitergehen, ist allerdings eine bittere Realität.

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Heraskewytsch: Was soll das Helm-Verbot bringen?

Der Fall des Skeletonfahrers Wladyslaw Heraskewytsch beweist allzu deutlich, dass so eine Trennung im Grunde zum Scheitern verurteilt ist. Das zeigt die Disqualifikation des Ukrainers bereits beim zweiten Blick.

Denn er durfte wegen seines Helmes, der im Ukraine-Krieg getötete Menschen zeigt, nicht am Olympischen Wettbewerb teilnehmen. Aber nicht wegen der Botschaft selbst, sondern vor allem wegen des Ortes.

Vor dem Wettbewerb und anschließend hätte er den Helm prominent tragen und herumzeigen dürfen (was er auch tat), im Eiskanal, als es um Medaillen ging, aber nicht.

Nicht vor den Augen der ganzen Welt. Im Scheinwerferlicht.

Der Helm machte aber bereits seit Tagen durch Bilder und Posts die Runde in der Sportwelt. Wenn die Botschaft in Ordnung ist, warum dann das Verbot beim Wettbewerb selbst? Weil Meinungsäußerungen unter anderem auf dem Spielfeld untersagt sind. Wegen des Neutralitätsgedankens der Olympischen Charta.

Doch ein Fakt ist die Ironie der Geschichte: Die Botschaft hat nun deutlich mehr Aufmerksamkeit erhalten als sie es wohl bei einem Start des Ukrainers bekommen hätte. Der Sportler muss aber auf seinen Olympia-Traum verzichten.

Dass er den CAS anrufen will, garantiert nun weitere Publicity für die kommenden Wochen. Der Fall verbleibt in den Schlagzeilen, die politische Wirkung wird verstärkt.

Das IOC wollte einen Präzedenzfall verhindern. Entstanden ist aber ein Symbol für veraltete Strukturen.

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Olympia 2026: IOC bleibt stur

Denn das IOC ist stur und streng der Olympischen Charta gefolgt. Man hat also nach eigenem Verständnis keinen Fehler gemacht. Dahinter kann man sich gut verstecken, was die Verantwortlichen aber kleinlich und unbeweglich aussehen lässt.

Und die Charta reformbedürftig. Aus der Zeit gefallen.

Allen voran die neue IOC-Präsidentin und ehemalige Olympionikin Kristy Coventry hätte – Tränen hin oder her - früh in ihrer Amtszeit Rückgrat zeigen können.

Schlimmer ist aber: Mit dem Ausschluss der russischen und belarussischen Athleten setzt man als IOC selbst politische Statements, mit einer Diskussion über die mögliche Rückkehr dieser Sportler ebenfalls.

Das IOC agiert keinesfalls neutral

Das IOC agiert also keineswegs neutral. Es trifft politische Entscheidungen, nur eben auch selektiv.

Damit beweist das IOC selbst einmal mehr, dass Sport und Politik nicht getrennt werden können, sondern miteinander verwoben sind.

Die Lehre: Man sollte den Umstand einsehen und in Zukunft danach handeln. Und mehr Flexibilität zeigen. Das soll nicht heißen, dass jedes politische Statement auf der Wettkampffläche erlaubt sein sollte.

Aber die starre Anwendung eines pauschalen Verbots wirkt weltfremd.

Dass Geld im Sport eine tragende Rolle spielt, bestreitet schließlich auch längst niemand mehr.

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