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Olympia 2026 in Mailand und Cortina

Olympia 2026 - Helm-Skandal um Wladyslaw Heraskewytsch: Alles rund um die Entscheidung und Reaktionen

  • Veröffentlicht: 12.02.2026
  • 18:06 Uhr
  • ran.de/SID

Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch wurde bei den Olympischen Winterspielen wegen seines Helms disqualifiziert. ran gibt alle Infos zum Fall Heraskewytsch.

Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina werden vom Ausschluss des ukrainischen Skeleton-Fahrers Wladyslaw Heraskewytsch überschattet.

Der 27-Jährige wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) disqualifiziert, weil er beim Training in Italien einen Helm trug, auf dem 20 Bilder von Opfern des Krieges in seiner ukrainischen Heimat zu sehen sind.

ran gibt alle Infos zum Fall Heraskewytsch.

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Fall Heraskewytsch: Das ist passiert

Nachdem Wladyslaw Heraskewytsch schon beim Skeleton-Training in Italien einen Helm trug, auf dem 20 Bilder von im Krieg getöteten ukrainischen Sportlern zu sehen waren, spitzte sich der Konflikt zwischen dem 27-Jährigen und dem IOC zu.

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Letztlich führte es nun so weit, dass Heraskewytsch nicht am Skeleton-Rennen am Donnerstag bzw. Freitag teilnehmen darf. Der WM-Vierte wurde von dem olympischen Wettkampf am Donnerstag und Freitag im Eiskanal von Cortina ausgeschlossen, das gaben das IOC und der Weltverband IBSF bekannt.

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Heraskewytsch ausgeschlossen: So begründet das IOC die Entscheidung

Begründet wurde der Ausschluss vom IOC mit einem Verstoß von Heraskewytsch gegen Regel 50 der Olympischen Charta. Diese untersagt politische, religiöse oder persönliche Demonstrationen im Wettkampfbereich.

Der Ausschluss erfolgte, weil er trotz mehrfacher Aufforderung des IOC darauf bestand, den Helm während des Wettkampfs zu tragen. Das IOC argumentierte: Nicht die Botschaft, sondern der Ort sei das Problem. Heraskewytsch hätte den Helm vor oder nach dem Rennen zeigen dürfen - aber nicht während des Laufs.

Zudem drohte Heraskewytsch sogar auch noch der Entzug der Akkreditierung für die gesamten Olympischen Spiele. Allerdings sorgte die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry dafür, dass diese Sanktion wieder zurückgenommen wurde.

"Leider haben wir keine Lösung gefunden. Ich wollte ihm wirklich im Rennen sehen. Es war ein sehr emotionaler Morgen", sagte Coventry nach dem Ausschluss des Ukrainers unter Tränen.

Das sagt der ausgeschlossene Sportler Wladyslaw Heraskewytsch

Heraskewytsch bestreitet ohnehin jede politische Absicht hinter dem Tragen seines Helms . Der Helm sei ein Ausdruck von Gedenken. Für ihn geht es darum, die Realität des russischen Angriffskrieges in der Ukraine zu zeigen. Sein Land zahle "jeden Tag einen Preis" in diesem Krieg, und Sportler seien Teil dieser Opfer.

"Ich wollte nie einen Skandal mit dem IOC und habe ihn auch nicht verursacht. Das IOC hat ihn durch seine Regelauslegung herbeigeführt, die viele als diskriminierend empfinden", sagte Heraskewytsch, "obwohl dieser Skandal es ermöglicht hat, lautstark über die getöteten ukrainischen Athleten zu sprechen, lenkt er gleichzeitig die Aufmerksamkeit enorm von den Wettkämpfen selbst und den teilnehmenden Athleten ab."

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Nach der Disqualifikation will Heraskewytsch nun den internationalen Sportgerichtshof CAS anrufen. "Ich muss mich beraten lassen", sagte er am Donnerstag kurz nach seiner Disqualifikation für die olympischen Wettbewerbe im "ZDF": "Wir werden einen Fall für den CAS vorbereiten und für unsere Rechte kämpfen."

"Wir haben keine Regeln gebrochen", sagte Heraskewytsch am Donnerstag im Pressebereich des Eiskanals. "Ich fühle mich schlecht. Dieser Schritt spielt der russischen Propaganda in die Hände. Das kommt in Russland gut an."

Der WM-Vierte beantragt die Aufhebung der Entscheidung der Jury des Weltverbandes IBSF und "als einstweilige Maßnahme des CAS die Wiederaufnahme mit sofortiger Wirkung in die Olympischen Winterspiele 2026 oder alternativ die Durchführung eines vom CAS überwachten offiziellen Laufs bis zur endgültigen Entscheidung des Wettkampfs", wie der Gerichtshof mitteilte.

Es sei ein Einzelschiedsrichter ernannt worden, "der die Angelegenheit dringend prüfen soll". Es werde zunächst ein "operativer Beschluss" erwartet, also ein Urteil ohne Begründung. Zum derzeitigen Zeitpunkt sei es vonseiten der Ad-hoc-Kammer des CAS "nicht möglich, einen genauen Zeitrahmen für eine operative Entscheidung anzugeben".

Die Ad-hoc-Abteilung des Sportgerichtshofs bestätigte am Donnerstagabend, man habe einen Antrag des 27-Jährigen gegen den Internationalen Bob- und Skeletonverband um 16.30 Uhr registriert. Heraskewytsch hatte bereits am Morgen, kurz nach seinem Rauswurf, diesen Schritt angekündigt.

Es scheint auch aufseiten der Richter Eile geboten: Die ersten beiden Läufe wurden am Donnerstagmorgen im Eiskanal von Cortina d'Ampezzo ausgetragen, die letzten beiden finden am Freitagabend statt.

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Nach Ausschluss von Heraskewytsch: Das sind die Reaktionen

Im Anschluss an die Entscheidung des IOC, Heraskewytsch bei den Olympischen Spielen nicht an den Start gehen zu lassen, überhäuften sich die Reaktionen aus Sport und Politik.

"Wir sind stolz auf Wladyslaw und seine Tat. Mut zu haben, ist mehr wert, als Medaillen zu gewinnen", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. "Sport sollte nicht zu Vergessen führen, und die olympische Bewegung sollte dazu beitragen, Kriege zu beenden, anstatt den Aggressor zu unterstützen", schrieb Selenskyj auf "X": "Leider spricht die Entscheidung des IOC eine andere Sprache."

"Dabeisein ist alles. Für russische und belarussische Athleten, aber für die getöteten ukrainischen Sportler ist nicht einmal Gedenken erlaubt", sagte der ehemalige ukrainische Box-Weltmeister Wladimir Klitschko der "Bild", "das IOC schützt keine Neutralität, es schützt sein Image. Die Gesichter der ukrainischen Athleten, die ihr Leben für die Freiheit gegeben haben, sind 'zu politisch' für Ihre perfekte TV-Show. Der olympische Idealismus geht im kalten Kalkül des globalen Sportbusiness verloren".

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Auch von den Sportlern vor Ort bei den Olympischen Spielen erhielt Heraskewytsch Unterstützung. "Es ist Wahnsinn", sagte der deutsche Rodler Felix Loch im "ZDF" über die Disqualifikation seines Freundes: "Er möchte nichts Politisches bewirken, er möchte an seine Freunde erinnern. Das machen viele andere Sportler auch, da ist es kein Problem. Ich finde das nicht richtig, es ist eine sehr, sehr schlechte Entscheidung."

Auch der Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) gab ein Statement zum Fall Heraskewytsch ab : "Es ist ein starkes Zeichen, dass ukrainische Athletinnen und Athleten an diesen Spielen teilnehmen können. Das ist vier Jahre nach dem Überfall Russlands auf ihr Heimatland auch ein wichtiges Signal der Widerstandskraft des ukrainischen Volkes. Wir können verstehen, dass das Bedürfnis besteht, auf die schrecklichen Folgen dieses Krieges hinzuweisen. Der Wunsch nach Gedenken ist nachvollziehbar. Dies ist im Rahmen der Möglichkeiten, wie bei Pressekonferenzen und Medienstatements auch möglich und diese Möglichkeiten der freien Meinungsäußerung unterstützen wir als DOSB ausdrücklich. Im Wettkampf sind politische Botschaften und solche, die so interpretiert werden können, sinnvollerweise untersagt."

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Kommentar zum Helm-Skandal: Das IOC muss endlich aufwachen

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