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Olympia 2026 - "Tut weh": Viertelfinal-Aus für Leon Draisaitl und Co.

  • Aktualisiert: 18.02.2026
  • 16:12 Uhr
  • SID

Offensiv zu harmlos, defensiv überfordert: Der zarte Medaillentraum der Eishockey-Nationalmannschaft um Kapitän Leon Draisaitl ist laut geplatzt.

Der Medaillentraum war längst geplatzt, da erhob sich Leon Draisaitl langsam von der Bank, um ein letztes Mal über das Eis in Mailand zu gleiten. Tief enttäuscht holte er sich ein paar Schulterklopfer der siegreichen Slowaken ab, dann verschwand der Superstar aus der NHL in den Katakomben. "Das tut weh", sagte Draisaitl. Sein Blick ging ins Leere. Das 2:6 (0:1, 1:3, 1:2) im Viertelfinale war der deutsche Schlusspunkt unter ein olympisches Eishockey-Turnier, das mit so großen Hoffnungen begonnen hatte.

"Das waren heute einfach zu viele Fehler, ich weiß nicht, wie viele Konter wir zugelassen haben", sagte Draisaitl und zog ein bitteres Fazit seiner Olympia-Premiere: "Wir sind verdient ausgeschieden."

Pavol Regenda (19., 41.), Milos Keleman, Oliver Okuliar (beide 25.), Dalibor Dvorsky (31.) und Tomas Tatar (56.) hatten für die flinken Slowaken getroffen, die Deutschland wie schon 2022 in Peking aus dem Turnier warfen. Lukas Reichel auf Vorlage von Draisaitl (35.) und Frederik Tiffels (51.) sorgten für ein etwas erträglicheres Ergebnis.

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DEB-Team: Der Frust ist riesig

Bundestrainer Harold Kreis wollte nicht nach "Ausreden suchen, aber Tempo hängt auch ein bisschen mit physischem Zustand zusammen. Wir spielen ein zweites Spiel innerhalb von nicht mal 24 Stunden, die Slowaken hatten drei Tage frei", sagte Kreis: "Ob das jetzt eine Rolle gespielt hat, weiß ich nicht." Bei Angreifer Nico Sturm war der Frust riesig: "Wenn man vor dem Turnier gesagt hätte, dass wir im Viertelfinale ausscheiden, hätte man wahrscheinlich gesagt: 'Das ist okay.' Aber die Art und Weise, wie wir gespielt haben, ist völlig enttäuschend."

Das DEB-Team, 2018 sensationell Silbermedaillengewinner, brachte zu selten im Turnier seine nominelle Power mit sieben NHL-Spielern um den einstigen MVP Draisaitl aufs Eis. Defensiv fehlte dem Team von Kreis die Qualität in der Breite. Goalie Philipp Grubauer musste zu oft eingreifen. "Wir hatten eine Chance, die wir nicht genutzt haben", sagte Draisaitl.

Vor der Reise nach Italien hatte er eine Medaille als Ziel ausgegeben, umso tiefer saß der erste Frust, dabei hatten die Spiele für Draisaitl so denkwürdig begonnen. Seit seiner Ankunft stand Deutschlands bester Eishockey-Spieler der Geschichte im Fokus. Erst als deutscher Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier, dann als Kapitän und zentrale Figur auf dem Eis. Der Star der Edmonton Oilers rieb sich auf, kreierte Torchancen, doch ihm fehlte die Leichtigkeit - und dem Team der eine Moment, der eine positive Dynamik erzeugt.

Dabei hatte Deutschland Glück, als nach der Vorrunde die Karten neu gemischt wurden und das Turnier praktisch bei Null begann: Frankreich wurde in der Viertelfinal-Qualifikation trotz eines Durchhängers im Mitteldrittel 5:1 geschlagen.

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DEB-Team: Immer wieder Abwehrfehler

Gegen die technisch und körperlich starken Slowaken um NHL-Star und Peking-MVP Juray Slafkovsky (Montreal Canadiens) wollte Kreis eine stabile Defensive sehen. Auffälligster Spieler des DEB-Teams war zunächst aber Grubauer (Seattle Kraken), der allein in den ersten 20 Minuten stolze 17 Schüsse auf sein Tor bekam - während seine Vorderleute die wenigen guten Gelegenheiten ausließen.

Im zweiten Drittel begünstigten zwei leichte Abwehrfehler den slowakischen Doppelschlag binnen 33 Sekunden, die mehrheitlich slowakischen Fans in der Arena Santagiulia waren in Partylaune. Trotz des deutlichen Rückstands steckte Deutschland nicht auf, kam aber nicht mehr in Schlagdistanz.

Die Konstellation in dieser Mannschaft sei "historisch", hatte Kreis (Vertrag bis 2027) vor dem Spiel festgestellt: "Es sind alles Kumpels. Diese Mannschaft wird so wohl nicht wieder zusammenspielen." Bei der WM im Mai - inmitten der NHL-Playoffs - wird das deutsche Team ein anderes Gesicht haben.

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