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Fussball-Weltmeisterschaft 2026

WM 2026 - 100 Tage vor der Weltmeisterschaft: Krisen und Kriege statt Sport und Spaß

  • Aktualisiert: 03.03.2026
  • 11:27 Uhr
  • SID

100 Tage vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 spricht kaum jemand über den Sport: Die Vorbereitungen in Amerika, vor allem in Mexiko, sind massiv belastet, der Iran-Konflikt sorgt für das nächste große Fragezeichen und DFB-Trainer Julian Nagelsmann zeigt sich besorgt.

Vor nicht allzu langer Zeit dachten die meisten Fans noch, dass 48 Teilnehmer, 104 Partien und fast sechs Wochen Dauer die größten Aufreger rund um die erste XXL-WM der Geschichte sein werden.

Doch im Ausblick auf den Beginn der Endrunde weiß auch der Bundestrainer Julian Nagelsmann, dass Trump, Grönland, ICE, Mexiko und nun auch Iran die (Fußball-)Welt verändert haben.

Wir sollten "das Bewusstsein haben, dass politische Themen vorherrschen, die der Sport nicht lösen wird", sagte Julian Nagelsmann im kicker bei seinem Blick auf das bevorstehende Turnier in den USA, Mexiko und Kanada

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WM 2026: Iran-Teilnahme kaum vorstellbar

Der Ligabetrieb ist ausgesetzt, anstehende WM-Vorbereitungsspiele wurden abgesagt. "Sicher ist, dass nach diesem Angriff nicht zu erwarten ist, dass wir hoffnungsvoll auf die WM blicken", sagte Irans Verbandsboss Mehdi Taj dem Sportnachrichten-Anbieter "Varzesh3": "Die US-Regierung hat unser Heimatland angegriffen. Das wird nicht unbeantwortet bleiben."

Die Iraner sollen ihre drei WM-Vorrundenspiele in Los Angeles und Seattle austragen. "Es ist zu früh, um dies im Detail zu kommentieren, aber wir werden die Entwicklungen in allen Fragen weltweit weiter beobachten", antwortete FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström auf die Frage nach der Reaktion des Weltverbands, der nach wie vor alle qualifizierten Teams an den Start bringen möchte.

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WM 2026: Zweifel an "104 Super Bowls"

Geplant sind bei der WM 104 Partien an 16 Spielorten in vier Zeitzonen. Die Großteil der Begegnungen (78) soll in den USA stattfinden. Beginnen soll alles mit dem Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika im Azteken-Stadion von Mexiko-City, das Finale ist in New York geplant. Ausscheiden dürften zunächst wohl nur die großen Außenseiter um die Neulinge aus Curacao und Kap Verde. Schließlich erreichen 32 Mannschaften die erste K.o.-Runde.

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FIFA-Boss Gianni Infantino hat "104 Super Bowls" versprochen, die dem Weltverband eine Rekordeinnahme in Höhe von elf Milliarden Dollar in die Kasse spülen sollen - sieben Milliarden waren es vor vier Jahren in Katar. Trotz der massiven Kritik an den hohen Eintrittspreisen gab es laut FIFA 508 Millionen Nachfragen für die rund sieben Millionen Tickets. "Alle Spiele sind ausverkauft", jubelte Infantino.

Ob die Ränge tatsächlich überall gefüllt sein werden, erscheint allerdings ähnlich offen wie die Frage, ob wirklich an jedem geplanten Standort gespielt werden kann. Der Drogenkrieg in Mexiko lässt vor allem auf Guadalajara mit Sorge blicken. Boston will aussteigen, wenn bis Mitte März nicht die derzeit eingefrorenen Bundesgelder für die Sicherheit fließen.

WM 2026: "Leistung für weltpolitische Lage ohne Relevanz"

Zudem verschreckt die Politik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump mögliche Besucher. Die Todesschüsse von ICE-Beamten, die aggressive Außenpolitik und verschärfte Einreisebeschränkungen für Gäste aus einer Vielzahl von qualifizierten Ländern wirken nicht unbedingt einladend.

Die Vorbereitungen auf die Endrunde sind derart belastet, dass kaum jemand über die Hoffnung auf ein friedliches Fest der Kulturen oder gar den Sport spricht. Und auch wenn Nagelsmann sich gemäß seiner Jobbeschreibung auf den Fußball konzentrieren möchte, ist er sich dessen bewusst. "Unsere eigene Leistung auf dem Fußballplatz", gab der Bundestrainer zu Protokoll, hat "für die weltpolitische Lage leider gar keine Relevanz".

Auch interessant: DFB-Team: Julian Nagelsmann sorgt mit seinen WM-Ankündigungen für unnötige Unruhe - Kommentar

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